Die Sonne, die uns in den letzten Jahren geradezu verwöhnt hatte auf der Landesfleischrinderschau im Rahmen des Viöler Bauernmarktes, ließ sich in diesem Jahr leider nicht sehen – schlimmer noch – es regnete während der gesamten Veranstaltung. Der Regen war willkommen nach dieser langen Trockenheit, nur nicht an diesem Tag. Die Rinder und besonders deren Züchter und/oder Besitzer ließen sich davon jedoch nicht entmutigen – mit dem gewohnten Enthusiasmus führten sie Fleischrinder bester Qualität in den Ring dieser Jungtierschau, um sie dem aus Mecklenburg-Vorpommern angereisten Richter Stefan Schams von der Rinderallianz vorzustellen. Auch er schlug sich sehr tapfer und urteilte souverän und gut nachvollziehbar, auch wenn sein Richterkatalog vor Wasser quoll und sich weder umblättern noch beschreiben ließ.
Neben den Galloways, die außer einer Landesjungtierschau auch noch eine überregionale Jungtierschau ausgeschrieben hatten und in diesem Jahr mit 23 Tieren den stärksten Rasseblock stellten, war eine beachtliche Anzahl Highland-Cattle (insg. 14 Tiere), Angus (5 Bullen), Dexter (insg. 5 Tiere) und sogar ein Bulle der seltenen Rasse „White Park“ aufgetrieben.

Angus:
In der ersten Klasse zeigte der Betrieb Martens aus Schackendorf die zwei schicken, rassetypischen Bullen „Black Boy“ und „Big Bobby von Schackendorf“; Finn Martensen aus Enge-Sande präsentierte seinen „Rocky Bruune Barg“, wobei der rote „Big Bobby“ vor dem schwarzen „Black Boy“(1b) den Richter mit seinen feinen Fundamenten und dem besseren Rücken am meisten überzeugte. Der korrekte „Rocky“ belegte aufgrund seines Entwicklungszustandes den 1c-Platz. In der zweiten Bullenklasse konnte sich der mächtige Angus-Bulle „Ernesto“ von Christelhoi der Familie Clausen aus Satrup aufgrund seiner enormen Entwicklung gegen seinen Konkurrenten „US Allister von Schackendorf“ von Andre Martens behaupten.

Dexter:
Der Betrieb Reulecke stellte zwei Dexter-Färsen vor: Hier rangierte „Ulla von Sylt-Ost“ vor „Isabella vom Damm“. Bei den 3 Bullen lag eindeutig der breite und tiefe „Big Foot“ vorn, ein schwarzer Bulle mit einer enormen Präsenz (1a) aus dem Betrieb Franzke, Bordesholm. Den 1b-Platz errang „Kronos vom Wellsee“, ein roter Bulle mit guter Keulenausprägung aus dem Betrieb Reulecke, Kiel vor „Kilian vom Wellsee“ von Thiemo Florek aus Kosel. Zusätzliche Attraktivität erlangte die Vorführung der Dexter, weil die Tiere von Jungzüchtern präsentiert wurden: Dafür wurden Martha Reulecke, Hanna Humeida, Zazie und Kjell Florek mit einer Medaille geehrt.

Galloway:
19 schicke Färsen wurden in 5 Gruppen vorgestellt: In der ersten Gruppe konnte sich „Nougat“ aus dem Betrieb Nipp aus Tröndel gleich vor „Caro von der Fuhlenau“ (Harder, Groß Vollstedt; 1b), Jenny (Plähn, Linden; 1c) und der belted Färse „Rosi vom Lindenhof (Haalck, Linden; 1d) an die Spitze setzen. In der zweiten Gruppe dominierte „Nicole“ (Plähn, Linden; 1a) über „Ultra vom Eidertal“ (Maaß und Elmenthaler, Delve; 1b), Yohanna vom Bechtelsberg der Kraft GbR (1c) und „Stina vom Lindenhof” von Harald Wieckhorst aus Kuden (1d). In der dritten Gruppe schließlich gewann „Ivana aus dem Oxbektal“ von Fam. Nipp vor Lykka vom Rittergut (1b), Ria vom Lindenhof (beide Haalck) und der weißen Mari von de Friweh (Dirks, Duvensee; 1d). Die vierte Gruppe wurde angeführt von der weißen, sehr gut entwickelten Marga vom Fieler Moor von Christoph Rohrmoser aus Hemmingstedt. Sie schlug knapp die beiden schicken, rassetypischen Färsen „Ulme vom Eidertal“ (Maaß/Elmenthaler; 1b) und Sissy vom Suletal ( Nipp; 1c), so dass für Carmen vom Lindenhof nur noch der 1d-Platz blieb. In der fünften Färsengruppe startete Kreta vom Bechtelsberg (Kraft GbR; Ottrau), die sich vor den beiden Färsen „Anni vom Ilsmoor“ (1b) und „Xalea vom Ilsmoor“ (1c), beide aus dem Betrieb von Rainer Steffan aus Schafstedt, an die Spitze setzte.

In der Endausscheidung wurde die sehr komplette Ivana aus dem Oxbektal, (Züchter: Seehusen, Steinfeld) der Fam. Nipp beste Galloway-Färse und errang damit den Landessieg Schleswig-Holstein und den Siegertitel „Beste Färse der überregionalen Gallowayschau“. Kreta vom Bechtelsberg (Kraft GbR) wurde Reservesiegerin der überregionalen Schau und Marga vom Fieler Moor damit Landesreservesiegerin Schleswig-Holstein – tolle Erfolge für die Züchter und Besitzer dieser prächtigen Tiere.

Die Galloway-Bullen beeindruckten trotz ihres für eine Robustrasse jungen Alters (17-25 Monate) mit einer enormen Ausstrahlung: Barum von der Fuhlenau (Harder, Groß Vollstedt), der älteste Bulle, konnte hier aufgrund seiner Breite, Tiefe und Masse den Sieg erringen, auf 1b kam aufgrund seines korrekten Gesamteindrucks „Donner vom Altrhein“, ein White Galloway der Fam. Dirks aus Duvensee. Die sicherlich gut veranlagten Bullen „Promoter vom Fieler Moor“ (Chr. Rohrmoser, Hemminstedt, 1c) und „Robbery“ (Kraft GbR, Ottrau, 1d) konnten sich an diesem Tag nicht durchsetzen.

Highland-Cattle:
7 schicke Highland-Färsen wurden vorgeführt in einem für den Dauerregen beachtlichen Fittingzustand:
In der ersten Gruppe punktete Bean Ruadh 1. vom Bestethal (Hahn und Lange, Rümpel) durch ihr harmonisches Erscheinungsbild und ihr korrektes Skelett (1a) vor „Nena ut Heidbarg“ von Heiko Krause aus Norderstedt (1b). So blieb für Morag Beag Ruadh 1. vom Bestethal nur noch der 1c-Platz, eine knappe Entscheidung. In der zweiten Gruppe setzte sich „Milla ut Heidbarg“ (Krause, Norderstedt) an die Spitze, 1b wurde Hahn und Langes „Bean Dhonn 1. vom Bestethal. „Smilla vom Ostroher Moor“ von Fam. Bröcker aus Ostrohe, eine kräftige Färse mit interessanter Farbe, wurde 1c. Gina vom Marienkoog (Kluge, Galmsbüll) landete somit auf dem 1d-Platz.

In der Gesamtausscheidung wurde Milla ut Heidbarg schließlich Landessiegerin, bei der Gesamtsiegerehrung errang dieses Tier sogar den Titel „Schönstes Tier der Schau“! Den Landesreservesieg errang die junge Bean Ruadh 1. vom Bestethal.

In der ersten Gruppe der Highland-Bullen dominierte „Duke von Dreimühlen“ aus dem Betrieb Rohrmoser, Tetenbüll als komplettester Jungbulle und setzte sich damit vor Ferquhard Ruadh 2. vom Bestethal des Betriebs Hahn und Lange GbR, Rümpel. 1c wurde Obi-Wan Kenobi von Dirk Mitzkus aus Flensburg vor Drako von Dreimühlen. Die zweite Gruppe entschied Orwell aus dem Betrieb Mitzkus für sich und ließ damit Dublin Ruad 1. vom Bestethal (Hahn und Lange) und Parzival ut Heidbarg (Krause, Norderstedt) hinter sich. Landessieger der diesjährigen Highland-Cattle Jungbullen wurde Duke von Dreimühlen, Landesreservesieger Ferquhard Ruadh 2. vom Bestethal!

Insgesamt war die Landesfleischrinderschau in Viöl trotz des Dauerregens eine sehr gelungene Veranstaltung mit sehr guter Teilnahme.
Der Zuchtverband und der Tierzuchtreferent des Landes Schleswig-Holstein, der für das schönste Tier der Schau einen silbernen Teller ausgelobt hatte, übermitteln allen Teilnehmern herzlichen Dank und allen Siegern herzliche Glückwünsche! Besonders herzlichen Dank an alle Züchterinnen und Züchter, die vielen Helfer und an Jens-Uwe Burmeister, der wie immer den ganzen Hintergrund bereitgestellt hat!

Dr. Walter Reulecke
FRZ e. V.

Siegerliste Fleischrinder 2019 in Viöl