Die Geschichte des Fleischrinder-Zuchtverbandes begann 1898, als die Rinderzucht in der Provinz Schleswig-Holstein reorganisiert wurde …

Preusische Provinz Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein kann mit Fug und Recht als die Keimzelle der deutschen Fleischrinderzucht bezeichnet werden. Die großen Areale absoluten Grünlandes –besonders an der Westküste- haben schon Mitte des 19. Jahrhunderts zu einer damals einzigartigen Spezialisierung geführt.

Die Geschichte des Fleischrinder-Zuchtverbandes begann 1898, als die Rinderzucht in der Provinz Schleswig-Holstein reorganisiert wurde. Die Zuchtvereine Eiderstedt, Hattstedt und Nordfriesland schlossen sich zusammen zum „Verein Schleswigscher Shorthornzüchter-Vereine„. Die Tätigkeit war ganz auf die damals wirtschaftlich sehr wertvolle Rasse Shorthorn gerichtet. Auf dem Höhepunkt der Shorthornzucht im Jahr 1910 waren mehr als 2.300 Züchter mit über 16.000 Herdbuchtieren gelistet.

Nach dem zweiten Weltkrieg öffnete sich der Verband für alle Fleischrassen. In Deutschland gab es jedoch außer den Shorthorns keine Fleischrassen, daher wurden in den 60er und 70er Jahren zunächst Charolais, Limousin, Hereford und Angus importiert. Ab Ende der 70er folgten Galloways und Highlands in großen Mengen. Der Zenit dieser Aktivitäten wurde Mitte der 90er Jahre erreicht. Der Verband umfasste zu dieser Zeit gut 700 Mitglieder mit ca. 8.000 Herdbuchtieren.

Die erste BSE-Krise traf die Züchter der Extensivrassen und den Verband sehr hart. Die Verbreitung der Krankheit wurde den Importtieren aus Schottland angelastet und führte u.a. zu Tötungsanordnungen. Zu Unrecht, wie sich –leider zu spät- herausstellte, denn die Importtiere hatten letztlich mit der Verbreitung von BSE nichts zu tun. In den Folgejahren fielen Zuchttierbestand und Züchterzahlen deutlich. Heute sind ca. 200 Betriebe mit gut 3.000 Tieren im Herdbuch des FRZ registriert.

Wappen Schleswig Holstein

Die Aufgaben des Fleischrinderverbandes haben sich im Lauf der über 100 Jahre stark verändert: War bei der Gründung 1898 noch als erstes Ziel genannt: „Die Vermeidung der Bekämpfung auf Provinzial- und Landesschauen“, so stehen heute neben der Erfüllung tierzuchtrechtlicher Verpflichtungen vor allem Vermarktungsfragen und die Organisation von Züchtertreffen und Tierschauen im Vordergrund. Ihre Geschichte haben die Züchter nicht vergessen, und streitbar sind wir noch immer.

Heute aber ist die wichtigste Frage: Was kann der Verband für seine Züchter tun? Und auf diese Frage hat der Fleischrinder-Zuchtverband Schleswig-Holstein & Hamburg eine gute Antwort:

Beratung in Zucht und Haltung, Vermarktung von Zucht- und Schlachtvieh jenseits der Massenware und Organisation aussagekräftiger Tierschauen.

Und das wird der Fleischrinder-Zuchtverband Schleswig-Holstein & Hamburg seinen Mitgliedern auch in vielen Jahren noch bieten.