Allgemeines zur Mutterkuhhaltung

Die Rinderhaltung kennt drei Produktionsziele:

  1. Milcherzeugung
  2. Mutterkuhhaltung (Erzeugung von Kälbern)
  3. Mast

In der Milcherzeugung kommen fast ausschließlich Milchrassen zum Einsatz. In Norddeutschland sind es meist Holsteiner, gelegentlich auch Rotbunte (Doppelnutzung) oder Angeliter (mittlerweile vom Aussterben bedroht).

In der Mutterkuhhaltung werden die Kühe nicht gemolken, sondern bringen (meist) jedes Jahr ein Kalb zur Welt, das 6 bis 12 Monate bei der Mutter läuft und säugt. In der Mutterkuhhaltung kommen auch Milchrassen zum Einsatz, meistens jedoch speziell dafür geeignete Fleischrassen, die deutlich stärker auf Muskelfülle oder Robustheit gezüchtet sind als die Milchrassen, bei denen Milchmenge, Eiweiß- und Fettgehalte die Hauptrolle bei den Zuchtzielen spielen.

Galloway Mutterkuhhaltung

Highland Cattle MutterkuhhaltungIn der Mast werden sowohl Kälber aus der Milch- als auch aus der Mutterkuhhaltung genutzt. Die Kälber von Milchkühen werden zum größten Teil in der intensiven Stallmast gehalten, während die Kälber aus der Mutterkuhhaltung in der Regel vom Frühjahr bis Spätherbst auf Wiesen und im Winter im Stall gehalten werden. Robuste Rassen wie Highlands oder Galloways können ganzjährig auf der Weide gehalten werden.

Der FRZ betreut die Rassen, die sich besonders für die Mutterkuhhaltung eignen. Das sind vereinfacht gesagt alle Rassen, die nicht der Milcherzeugung dienen. In Schleswig-Holstein und Hamburg sind dies über 30 Rassen, die in der Mutterkuhhaltung zu großer Vielfalt bei den Tieren, aber auch bei Arbeitsweisen und Haltungszielen führt.